Beispiel Flächengrabung
Baugebiet Spitzäcker in Werneck, Lkr.
Schweinfurt
Weniger als einen Kilometer östlich
des bedeutenden merowingerzeitlichen Reihengräberfeldes von
Werneck-Zeuzleben und in direkter Nachbarschaft eines der größten
frühlatènezeitlichen Flachgräberfelder Frankens, welches beim
Straßenbau unglücklicherweise größtenteils undokumentiert zerstört
wurde, führten wir nach zuvor erfolgter Sondierung durch das BLfD ab
Juni 2007 die archäologischen Untersuchungen im Baugebiet Spitzäcker
durch, die nach einer zweimonatigen Unterbrechung bis zum Jahresende
andauerten. Auf der siedlungsgünstigen, nach Südosten hin abfallenden,
lössbedeckten Hang- bzw. Terrassensituation konnten dabei auf einer
Fläche von insgesamt 1,5 ha Befunde des
Neolithikums sowie der Eisenzeit freigelegt und dokumentiert werden.
Neben umfangreichen Grubenkomplexen
die nur wenig bandkeramisches
Fundmaterial und solches der Michelsberger Kultur enthielten, konnte im
Südosten der Fläche ein Ausschnitt einer Siedlung der jüngeren
Bandkeramik mit insgesamt fünf gut erhaltenen Langhäusern und einer
Vielzahl von Gruben ausgegraben werden. Die Siedlung setzt sich nach
Südosten hin fort und liegt heute in einem durch die Wern
hochwassergefährdeten Bereich.
Wenig westlich des neolithischen Siedlungsareals, oberhalb einer Geländekante, gelang außerdem der Nachweis eines hallstattzeitlichen Bestattungsplatzes. Dieser umfasste zwei Körperbestattungen die in eine durch stehende, plattige Sandsteine begrenzte Grabkammer von etwa 2,5 x 2,0 m Größe eingebracht worden waren sowie mehrere Urnen- und Brandschüttungsgräber. Eine im Durchmesser 10 m messende, die Kammer einschließende, schwache Verfärbung deutet auf eine ehemals vorhandene Überhügelung der Doppelbestattung hin.
Nordöstlich des anhand des Fundmaterials in die Stufe Ha C2/D1 zu datierenden Bestattungsplatzes fanden sich außerdem die durch Erosion bereits stark in Mitleidenschaft gezogenen Überreste einer frühlatènezeitlichen Siedlung, bestehend aus Pfostenbauten, Grubenhäusern und noch gut erhaltenen kegelstumpfförmigen Vorratsgruben. Aus den für diesen Zeitabschnitt typischen Kegelstumpfgruben konnte ein reichhaltiges Fundspektrum geborgen werden. Scheibengedrehte Feinkeramik mit ausgeprägtem Schulterknick sowie eine Duxer Fibel und eine drahtförmige Fibel mit doppelter Spiralwicklung und schleifenverziertem, niedrigen Bügel sichern eine Datierung in die Stufe Lt B.
Wenig westlich des neolithischen Siedlungsareals, oberhalb einer Geländekante, gelang außerdem der Nachweis eines hallstattzeitlichen Bestattungsplatzes. Dieser umfasste zwei Körperbestattungen die in eine durch stehende, plattige Sandsteine begrenzte Grabkammer von etwa 2,5 x 2,0 m Größe eingebracht worden waren sowie mehrere Urnen- und Brandschüttungsgräber. Eine im Durchmesser 10 m messende, die Kammer einschließende, schwache Verfärbung deutet auf eine ehemals vorhandene Überhügelung der Doppelbestattung hin.
Nordöstlich des anhand des Fundmaterials in die Stufe Ha C2/D1 zu datierenden Bestattungsplatzes fanden sich außerdem die durch Erosion bereits stark in Mitleidenschaft gezogenen Überreste einer frühlatènezeitlichen Siedlung, bestehend aus Pfostenbauten, Grubenhäusern und noch gut erhaltenen kegelstumpfförmigen Vorratsgruben. Aus den für diesen Zeitabschnitt typischen Kegelstumpfgruben konnte ein reichhaltiges Fundspektrum geborgen werden. Scheibengedrehte Feinkeramik mit ausgeprägtem Schulterknick sowie eine Duxer Fibel und eine drahtförmige Fibel mit doppelter Spiralwicklung und schleifenverziertem, niedrigen Bügel sichern eine Datierung in die Stufe Lt B.

Es handelt sich hier um eine der wenigen eindeutig in diese Zeitstufe zu datierenden Siedlungen in Nordbayern. Die Ansiedlung steht offensichtlich in direktem Zusammenhang zum zeitgleichen benachbarten Flachgräberfeld.
Lit. O. Specht, Von der Bandkeramik zur Latènezeit - Ausgrabungen in der Flur "Spitzäcker" in Werneck, Das archäologische Jahr in Bayern 2007, 2008, 51-53.


